„Ihre größte Zeit, ihre weltweite Beachtung feierten die deutschen Grandhotels zur See, die Luxusdampfer, in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Eingesetzt waren die legendären Schnelldampfer im Liniendienst zu Metropolen dieser Welt – aber zunehmend steuerten sie auch exotische Ziele an. Namhafte Reedereien stellten sich auf diese neue Form des Tourismus ein. Sie rüsteten ihre vorhandenen Passagierschiffe um oder bauten sogar neue Einheiten, die nur dem Kreuzfahrtgeschäft dienten. Aber auch diese Art der Luxusfortbewegung zur See musste zunächst beworben werden. Und da alle modernen Kommunikationsmittel, so wie wir sie heute kennen, noch nicht erfunden waren, gab es nur die Möglichkeit der Plakatwerbung, um Seepassagen zu verkaufen.
Jene talentierten Menschen, die diese Plakate entwarfen und malten, wurden damals „Gebrauchsgrafiker“ genannt; ein Ausdruck, der den Fähigkeiten dieser hochbegabten Zeichner nicht annähernd gerecht wurde.
Man denke zum Beispiel an einen der berühmtesten „Gebrauchsgrafiker“, den Franzosen Henri de Toulouse-Lautrec, der, auch um letztlich überleben zu können, Werbeplakate für das Moulin Rouge in Paris entwarf und doch später als ein weltweit anerkannter Künstler gefeiert wurde – das allerdings erst nach seinem Tod.
Künstler mit ähnlichen Fähigkeiten waren es, die für deutsche Reedereien in Hamburg und Bremen gearbeitet haben. So konnten sie nicht nur ihre hohen technischen Fähigkeiten beweisen, sondern waren vor allen darüber hinaus in der Lage, Stimmungen, Farben und Eindrücke aus fernen Ländern wiederzugeben. Sie konnten Menschen beim Anblick dieser Werke dazu bewegen, sich auf eine ferne Reise zu begeben. Diese Künstler konnten Fernweh malen!
Zwanzig ausgewählte und selten oder nie gezeigte Schiffsplakate in einer limitierten Auflage von je 100 Stück sind nun zu sehen und zu einem Preis von € 380,00 zzgl. MwSt. zu erwerben. Die Carl Robert Eckelmann AG, Initiatorin dieser Ausstellung, stellt den Reinerlös aus dem Verkauf dem Museumsbau
„BallinStadt“ in Hamburg zur Verfügung“.